SOS_Gerhard Bohner_Tanzcompagnie Rubato - Ein Tanzfonds Erbe Projekt

 

 

Tempo: eine zärtliche Langsamkeit

 

Rekonstruktion und Weitergabe 2018

der Produktion des Hebbel Theater Berlin

aus dem Jahre 1991

 

SOS, die letzte Choreografie von Gerhard Bohner, entstand in enger Zusammenarbeit mit und für Jutta Hell und Dieter Baumann (Tanzcompagnie Rubato). Das Duett wurde im Juni 1991 im Hebbel-Theater Berlin uraufgeführt und zählt neben den drei Soloarbeiten Im (Goldenen) Schnitt I-III zu den bedeutendsten Arbeiten im Spätwerk des Choreografen. Dieses Spätwerk ist die Essenz seiner Auseinandersetzung mit dem Erbe der Vorkriegsmoderne, auf der Suche nach einer neuen, über die Zeit hinausweisenden Sprache. Zeitlebens ein Pionier, der sich in keiner ästhetischen Gewohnheit einrichtete, schuf Bohner mit SOS ein Meisterstück der Genauigkeit und Reduktion, dabei durchlässig für theatralische Komposition. 1992 verstarb Gerhard Bohner.

Die Tanzkritikerin Irene Sieben schrieb anlässlich einer Wiederaufnahme von Bohners SOS Ende der 1990er Jahre: „…Die pure Lehre. Jeder junge Choreograf sollte ihr lauschen, um Schwarz von Weiß unterscheiden zu lernen. Um kämpfen zu üben für die Qualität der Kunst. …“

Nach über 70 Auftritten und Gastspielen mit SOS tragen Jutta Hell und Dieter Baumann das Stück in ihren Körpern. Als Zeitzeugen, Träger des choreografischen Wissens und Tänzer des Werkes in Personalunion sind sie ein lebendiges Archiv der ästhetischen Handschrift Bohners, das nun für eine jüngere Generation geöffnet wurde: Auf Grundlage der Notation, die sie zur Uraufführung von SOS entwickelt haben, haben die beiden das Duett mit dem chinesischen Tänzer- und Choreografenpaar Niannian Zhou und Xuan Shi neu einstudiert.

 Dokumente zur Produktion

PDF icon SOS_Programmheft 2018PDF icon G.Bohner Probenotiz 1990
Choreografie: 
Gerhard Bohner (1936 – 1992)
Künstlerische Leitung,
Einstudierung, Weitergabe:

Jutta Hell, Dieter Baumann
Tanz: Niannian Zhou , Xuan Shi
Sprecher: Knuth Irche
Musik / Sound: Ronald Steckel
Bild: Ursula Sax
Texte: Franz Mon, aus „herzzero“

Fotos:
Klaus Rabien / Dirk Bleicker






 

 

 

Premiere Rekonstruktion und Weitergabe: April 2018, Akademie der Künste am Pariser Platz, Berlin, Blackbox

 

 

Gefördert vom TANZFONDS ERBE – eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, in Kooperation mit der Akademie der Künste, Berlin. Eine Produktion der Tanzcompagnie Rubato.